Dr. Inge Pett (Kunstwissenschaftlerin)
Christine Gersch und Igor Jerschov
"Während andere Paare spazieren gehen, besuchen wir Baumärkte oder
kramen irgendwo rum, um neue Materialien zu entdecken."* Seit mehr
als einem Jahrzehnt arbeitet das Künstlerpaar Christine Gersch und
Igor Jerschov zusammen. Während Gersch an der Kunsthochschule Berlin
eine klassische Ausbildung als Bildhauerin absolviert hat, kam der
aus Moskau stammende Jerschov auf Umwegen zur Kunst. Durch das gemeinsame
Leben, Arbeiten und Aneinanderreiben - im konstruktiven Sinne, wie
beide betonen - entwickelte sich eine gemeinsame künstlerische Sprache.
Inzwischen beschäftigt das Paar mehrere Assistenten und hat sich
vor allem mit Kunst am Bau sowie Projekten im öffentlichen Raum
weit über die Berliner Region hinaus einen Namen gemacht.
Tonnenschwere Träumer
"Blauer Träumer", "Unerfüllte Träume", "Traumtänzer" - trotz der
poetischen Titel ist die Bodenhaftung unverkennbar. Die Großplastiken
aus Beton, mit denen Gersch Anfang der 90er die Kunstszene auf sich
aufmerksam machte, bringen ein Gewicht von bis zu drei Tonnen auf
die Waage. Aber genau in dieser Spannung zwischen Massivität und
poetischer Ambition liegt der Reiz der bizarren, nur allzu menschlichen
Gestalten, allesamt auf der Suche, gaukelnd zwischen Fantasie und
Prosa.
So balancierte 1992 mitten auf dem Alexanderplatz eine massige
Gestalt auf einem Bein, die Arme zum Flug ausgebreitet. Sie
trägt ein farbenfrohes Gewand. Ein moderner Ikarus? Ein armer
Verwirrter? Oder eher ein glücklicher Narr? Sicherlich spiegeln
Skulpturen wie Unerfüllte
Träume, aufgestellt an solch historisch aufgeladener
Stelle wie dem Alexanderplatz, auch den psychologischen Zustand
des wiedervereinten Deutschlands wider. So schrieb Ingeborg
Ruthe in der Berliner Zeitung vom 28.08.1992: "Und ganz bestimmt
ist die himmelwärts strebende, indes allzu schwere Figur nicht
nur ein tragikomisches Symbol, das in DDR-Vergangenheit weist.
In der freien Demokratie ist auch so mancher am Hintern zu
schwer, um mit dem Kopf die Erdenschwere und -enge zu verlassen."**
Die Skulptur jedoch auf einen möglichen politischen Kontext
zu reduzieren, hieße, deren allgemein menschliche Dimension
zu ignorieren.
Der Wegweiser
(1993) wiederum steht Kopf, im wahrsten Sinne des Wortes.
Dort, wo ein Wegweiser Orientierung stiften sollte, deutet
sein Arm auf ein unbestimmtes Ziel. Nicht nur die 3,20 m hohe
bemalte Beton-Figur, selbst die übereinanderstehenden Sockel
sind zum Zeichen intensiver Aufmerksamkeit mit Augen übersät,
die in alle nur denkbaren Richtungen blicken. Im Gegensatz
zu einem Demagogen, so der Kunsthistoriker Peter Funken, beanspruche
die Figur keinen Anspruch auf die "absolute Wahrheit oder
den richtigen Weg."*** Wichtig sei es, sich "sehenden Auges"
in eine unbekannte Zukunft zu bewegen.
Wie ein auf die Flosse gestellter Fisch wirkt der mit Ranken und
goldenen Quadraten bemalte Traumtänzer
(1993) in seiner organischen Formensprache. Der eiförmige
Kopf liegt auf einem halslosen Rumpf auf, dies jedoch mit
der langen Seite des Ovals und nicht mit der Spitze. Die Position
des Kopfes als eine Metapher für das Querdenken zu interpretieren,
liegt nah. Entfernt erinnern die amorphen Formen der Skulpturen
an die Kunst von Niki de Saint-Phalle, mit der sich Gersch
in ihrer Jugend intensiv auseinandergesetzt hatte, später
allerdings bewusst abgrenzte.
Gerschs Schmerzensmann
weist eine Tiefe und Intensität auf, der sich der Betrachter
kaum entziehen kann. Während eines Senegalaufenthaltes 1994
experimentierte die Künstlerin mit dort verwendeten Farbpigmenten
und Terrakotta. Die so entstandene Plastik zeigt eine Figur
in afrikanischem Gewand, auf einem Baumstumpf sitzend, die
Arme ergeben ausgebreitet, das Gesicht nach oben gerichtet.
"Für mich ist der Kopf, der Ausdruck des Gesichts, die Haltung
ganz entscheidend. Meine Figuren sind Wesen, die ein Seelenleben
und eine ganz bestimmte Stimmung in sich tragen, die mir sehr
wichtig ist. Und die ich glaube, dem Betrachter mitteilen
zu müssen."**** Indem die Figur die Haltung des Ecce Homo
einnimmt, knüpft Gersch an die christliche Ikonographie an.
Die Arbeit verkörpert Leid, Schmerz, aber auch Demut, Loslassen,
vielleicht Erlösung. Mit dieser beseelten Skulptur arbeitet
die Künstlerin den Tod eines engen Freundes auf, der kurz
vor der Reise einer schweren Krankheit erlegen war.
Die in Afrika gewonnenen Eindrücke sollten sich fortan stark auf
die Formen- und Farbensprache der Künstlerin auswirken, so
etwa im Ratgeber
von 1998, der vor dem Rathaus Berlin-Mitte gütig und einladend
seine Hände ausbreitet. Das Untergewand der Betonskulptur
ist in einem warmen Dunkelrot gehalten, die reich geschmückte
Bordüre aus goldenen, türkisen, roten und blauen Mosaiksteinen
zusammengesetzt. Ein blauer mosaikbesetzter Mantel bedeckt
den Rücken, wobei der Kontrast zwischen der bemalten, rauen
Betonfläche und dem Mosaik eine interessante Spannung erzeugt.
Die Augen des edlen Gesichtes sind geschlossen, der Blick
ist verinnerlicht. Was jedoch, so fragt sich der Betrachter,
hat der afrikanische Weise den Berliner Bürgern und Politkern
zu sagen?
Kanzler und Kasperle
Um Volk und Politiker von morgen geht es im Kleinen
Kanzleramt von 1999, einer Gemeinschaftsarbeit von
Igor Jerschov und Christine Gersch. Auf dem Dach der Kindertagesstätte
des Deutschen Bundestages - einem Projekt des Wiener Architekten
Gustav Peichl - hat das Künstlerpaar das Haupthaus des Kanzleramtes
auf die Größe eines hölzernen Spielhauses zusammengeschmolzen.
Vis à vis mit dem Kanzler können die Kleinen so ihre ganz
persönliche Tagespolitik erörtern. Während das Holzhaus auf
dem grünen Untergrund wie ein Kasperletheater erscheint, sind
ringsum Paravents angebracht, die mit den Büros und Wintergärten
des Regierungsgebäudes korrespondieren und mit einem Kabinett
gelangweilter, enervierter, heiterer oder wütendender Gesichter
bemalt sind. Gesäumt wird die Runde von vier bunten Kobolden
der Bildhauerin, die mit ungebremstem Bewegungsdrang das Dach
hinunterzustürmen scheinen. Sie sollen die Kinder davor bewahren,
selber die gefährlichen Schrägen zu erklettern. Hier zeigt
sich der Pragmatismus der zweifachen Mutter: "Die Teufel tun
das, was die Kinder nicht dürfen."*****
Ein zweites renommiertes Projekt realisierten Gersch und Jerschov
mit ihrem Atriumhaus
der Harlekine im so genannten Spreebellevue, einem
Abgeordneten-Wohnsitz nahe Reichstag und Tiergarten. Sie durchbrechen
die geometrische Nüchternheit des modernen Baus, indem sie
über die Ebenen des Atriums hinweg zehn pastellfarbene Terrakotta-Harlekine
verteilten - eines von Christine Gerschs Lieblingsthemen.
Nach eigener Aussage entsprechen die Harlekine dem Wunsch
der Künstlerin, außerhalb des Zeitstroms zu stehen. Christine
Gersch will nicht "im Schwarzen der Zeit wühlen." Ausdrücke
von Poesie, Melancholie oder Humor sind deshalb kennzeichnend
für ihre Arbeiten, die auf vielschichtige Weise eine tiefe
Freude vermitteln. Gerschs Harlekine im Atriumhaus gehen einen
eigenartigen Dialog ein. "Star im Team" ist zweifellos ein
nymphenartiges Wesen mit goldener Kappe im Stil der 20er.
Bäuchlings auf einem in Yves Klein-Blau gehaltenen Podest
im Foyer liegend, ragen die gekreuzten überlangen Beine mit
dem hingehauchten Rautenmuster gen Himmel. In artistischer
Pose verharrend starrt sie hinauf zu einem ihr zugewandten
blauen Harlekin auf der Balustrade. Ein Flirt? Eine Vertraulichkeit?
Zwei sitzende Figuren könnten geradezu einem Gemälde aus der
Blauen Periode Picassos entsprungen sein; ein verträumter
Melancholiker hält den Kopf in die Hand gestützt, während
ein Harlekin mit seinem der Tür zugewandtem wachen Blick den
Neuankömmling schlichtweg überrumpelt...
Ein weiteres der geisterhaft anmutenden Wesen, das als Relief an
die Wand gepresst ist, scheint zu fliehen, weitere grinsen zufrieden,
sinnen oder lächeln traurig. Gersch bedient sich der gesamten emotionalen
Bandbreite, die in der Person des Harlekins angelegt ist, von Trauer
über Melancholie bis hin zu Fröhlichkeit und Leichtsinn.
"Leichtigkeit ab zwei Tonnen"
"Leichtigkeit ab zwei Tonnen" ist das Motto Jerschovs, mit dem
er seine Möbel aus Beton entwirft. So wundert sich der Flaneur,
der die Florastraße in Berlin-Pankow passiert, nicht schlecht, wenn
sich unerwartet ein bürgerliches Wohnzimmer vor ihm auftut.
Auf den rekonstruierten Grundrissen eines im Krieg zerbombten
Einfamilienhauses mit schmalem Gärtchen haben Gersch und Jerschow
die einstigen, nur noch durch rote Kennzeichnungen umrissenen
Zimmer möbliert: Eine mit Biedermeierstoff überzogene Sitzgruppe
mit Couch und Sesselgarnitur, eine Essgruppe, ein gediegener
Ohrensessel mit Stehlampe und ein Bett laden nun zum Verweilen
ein. Das Kopfkissen des Bettes ist eingedellt, die appetitlich
weiße Decke mit den roten Blüten einladend aufgeschlagen.
Die bizarre, mit Mosaiken geschmückte steinerne Installation
Pocketpark (Jackentaschen-Park) wurde aufgrund ihrer
Originalität mit dem Gustav-Meyer-Sonderpreis 2005
ausgezeichnet.
Die dafür verwandten Materialien sind durchweg qualitativ hochwertig:
Für die Mosaike nutzt das Künstlerpaar Murano-Glas ebenso wie Keramik
aus Frankreich und Italien, Marmor und andere Natursteine. In der
Regel ist Jerschov hauptverantwortlich für die Konzeption und Durchführung
der gemeinsamen Projekte im öffentlichen Raum: Spielplätze, Brunnen,
Objekte, Kunst am Bau oder Parkanlagen, viele davon im Osten von
Berlin.
Bisweilen meint man die Vorbilder zu erkennen: so etwa die
Anlagen des von Antoni Gaudi entworfenen Park Guell in Barcelona.
Der 2002 in Potsdam erbaute Sonnenbrunnen,
eingebaut in die Treppe eines Wohnhofs, wiederum scheint einem
mexikanischen Tempel nachempfunden zu sein. Am Kopfe der Treppe
wacht eine Sonnengöttin. Ihr Gewand in strahlendem, intensiven
Gelb ergießt sich auf einer Länge von sieben Metern die Stufen
herab - in mühsamer Kleinarbeit aus Muranoglas und Keramik
zusammengesetzt. Andere Werke wecken Assoziationen an Jerschovs
Heimat, so eine Sitzgruppe mit Kamin im Jugendzentrum
Schalasch in Berlin-Marzahn, deren Farbgebung und
Ornamentik an russische Volkskunst erinnert.
Trotz solcher Zitate ist der Stil, den das Künstlerpaar in den
vergangenen Jahren entwickelt hat, unverkennbar und eigen. So auch
bei dem urdeutschen Thema des mittelalterlichen Rolands, den sie
nach historischen Vorbildern im sächsischen Rolandpark
Belgern in mehrfacher Ausführung zum Leben erweckten.
Schweinegeflüster
Im Auftrag der Berliner Senatsverwaltung hat das Künstlerpaar diverse
Sanierungsprojekte übernommen, darunter das künstlerische
Gesamtkonzept des Spielplatzes Schöne
Weide im Ortsteil Oberschöneweide. Gemeinsam mit einer
Gruppe von Schul- und Kindergartenkindern beschworen Gersch
und Jerschov die Zeit vor der Industrialisierung herauf. Kein
Action-Spielplatz sollte es werden, sondern ein idyllisches
Stück Weide und ein Obstgarten inmitten des urbanen Umfeldes.
Tatsächlich rastet ein von den Künstlern gestalteter Hirte
inmitten einer Schar von Tieren und träumt in den Himmel.
Die Schafe, Pferde, Mäuse etc., die ihn umgeben, wurden von
den Kindern als Miniaturen aus Lehm entworfen und entsprechend
von Gersch und Jerschov vergrößert. Je nach Maßstab der Kinder
können sich Maus und Schwein durchaus auf Augenhöhe bewegen.
Überdimensionale Hühner laden zum Sitzen ein, ein blaues Wegeband
mit eingelegten Hopseplatten symbolisiert einen Fluss und
zwei mosaikverzierte Schweine sind durch ein Megaphon miteinander
verbunden.
Der Balanceakt, so Gersch, liege darin, die Kreativität der Kinder
ernst zu nehmen und dennoch dem eigenen ästhetischen Anspruch gerecht
zu werden: "Wir haben eine künstlerisch-technische Form gefunden,
so glauben wir, die es vertretbar macht, dass Laien im öffentlichen
Raum mitarbeiten dürfen. Wir befähigen sie über unser Know-how,
eine handwerklich und gestalterische Leistung zu bringen, die allgemeinen
Ansprüchen gerecht wird, und derer sie sich auch noch in Jahren,
vor ihren Kindern, nicht schämen müssen."***** Besonders geeignet
für diese Art von Herausforderung sei ihr Mann, der in seiner Heimat
Moskau als Lehrer gearbeitet habe.
Streetworker
Pädagogisches Geschick kommt auch in den Projekten mit sozialen
Randgruppen zum Tragen, die Gersch und Jerschov künstlerisch
betreuten. Bei einem Kunstprojekt mit über hundert Wolgadeutschen
und einheimischen Jugendlichen 1999 im Norden Marzahns sollten
diese ihre Hoffnungen und Wünsche zum Ende des vergangenen
Millenniums in Betonsteinen verewigen. Zwölf
Tore mit Themen wie "Liebestor", "Vergangenheitsstelen"
oder "Teufel und Dämonen" zeugten schließlich von den Wünschen
der Jugendlichen. Alle fünf Jahre jedoch werden die Tore von
neuen Jugendlichen überarbeitet. Die Prozeßhaftigkeit ist
Teil des Konzeptes.
Intensiver Austausch und kritische Debatte sind die Grundlage für
das gemeinsame Schaffen des Paares, dessen künstlerisches Spektrum
von freistehenden Skulpturen, Kunst im öffentlichen Raum und am
Bau bis hin zu sozial integrativen Projekten reicht. Dabei bilden
gleichberechtigte Künstlerpaare wie Gersch und Jerschov oder Christo
und Jeanne-Claude die Ausnahme. Gersch und Jerschov hingegen haben
die Rolle des genialen Einzelnen hinter sich gelassen und sich zu
einem partnerschaftlichen Zweier-Team zusammengeschlossen. So vereinbaren
sie auch ihre Kunst mit Kindern, Haushalt und all der "Prosa", die
der Entfaltung künstlerischer Kreativität bisweilen hinderlich sein
kann. Bewusst haben sie sich auf das Wagnis der Teamarbeit eingelassen.
Nach über zehn Jahren intensiver Auseinandersetzung wirken ihre
gemeinsamen Projekte schöpferisch und konzeptionell wie aus einem
Guss. Und mit jedem Werk entwickelt sich diese künstlerische Symbiose
weiter.
1* - Interview mit dem Künstler vom 16.01.2006
2* - Ruthe, Ingeborg, "Ironisches zwischen Himmel und Erde", in
Berliner Zeitung vom 28.08.1992
3* - Funken, Peter, in: "Über alle Grenzen", Berlin 1992, S. 44
4* - E-mail der Künstlerin vom 31.01.06
5* - Interview mit der Künstlerin vom 16.01.2006
6* - E-mail der Künstlerin vom 31.01.06
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Otto Valentin
Eine Welt der Geister
Was für eine seltsame Versammlung im großen
Atrium eines modernen Wohnhaus! Auf den Geländern
da und dort, bis in schwindelnde Höhe, sitzen, hocken, wispern
und sinnieren Harlekine! Weise alte Knaben, listige, versonnene,
rätselhafte Figuren. Eine Zauberwelt in hauchigen Tönen violett,
rosa, blau, geschaffen von der Berliner Bildhauerin Christine
Gersch, die mit ihren grazilen Gestalten nicht nur die Geraden
in einem nüchternen Raum gebrochen, sondern auch Geheimnisse
ins Haus gebracht hat.
Nicht weit davon entfernt, gleichfalls im Berliner Regierungsviertel,
hat sie auf den Dachgarten der Bundestagskita
vier Tier-und-Teufel-ähnliche Gestalten gesetzt, in kräftige
Farben gefaßt, die wachen sollen und zum Umarmen einladen.
Ein phantastisches, poetisches, das Märchenhafte streifende
Reich wächst über die Welt wie sie ist hinaus und nimmt sie
doch in sich auf. Da ist einer, der fliegen will und sich
in seiner Schwere nicht lösen kann ("Unerfüllte
Träume"), oder ein "Ratgeber",
vor einem Berliner Rathaus stehend, der gehüllt in ein warmtoniges,
wie besticktes Gewand freundlich einlädt und in seiner gewaltigen
Masse die Last der übernommenen Verantwortung ausdrückt.
Die Erfindungskraft der Künstlerin, die in den achtziger Jahren
an der Ostberliner Kunsthochschule bei den Professoren Jastram und
Bachmann studierte, ihr eigenständiger, von Modeströmungen abgehobener
Gestaltungswille finden sich in den verträumten, pointierten, auch
witzigen Kleinplastiken ebenso wie in den großen, manchmal tonnenschweren
Arbeiten, die aus Stahl, Beton und anderen Materialien kombiniert
sind. Ihnen gemeinsam ist das ungewöhnliche Zusammenwirken des plastischen
und des malerischen Prinzips, denn zum sinnlichen Ausdruck der Skulptur
tritt bei Christine Gersch die farbige, mit vielfachen Materialien
erzeugte Fassung, die poetische Steigerung ist und Kommentar zugleich.
Mit diesem Skulptomalerei genannten Rückgriff auf vergessene antike
Traditionen gewinnen die Werke einen eindrucksvollen Überbau, der
den Betrachter in seinen Bann zieht und in eine gelöste Heiterkeit
entläßt. Eine seltene, schöne, ganz eigene Weise.
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Arbeitsfelder
Skulpturen und Objekte in Terrakotta, Bronze, Beton, Mosaik,
Metall, Holz. Glas.... Freie und Auftragsarbeiten, Kunst am
Bau, künstlerische Innen- und Außengestaltungen, künstlerische
Frei-und Spielflächengestaltung.
Wir sind Künstler mit einem Kunstatelier in Glienicke bei
Berlin, die sich seit vielen Jahren mit Kunst im öffentlichen
Raum beschäftigen und in verschiedensten Projekten umgesetzt
haben. Von Großplastiken, Mosaikskulpturen- und Wandbildern,
Brunnen-, Kita- und Spielplatzgestaltungen, abstrakten Objekten
über Beteiligungsprojekte mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen
auf Schulhöfen, Parkanlagen und Grünhöfen...., über Nachbildungen
historischer Skulpturen bis zu verschiedensten Sitzmöbeln
in Beton und Mosaik.
Auszeichnungen der Gersch GbR
Nominierung für die "Goldene Göre" 2003
Künstlerisches Gesamtkonzept
für den Spielplatz "Schöne Weide" 2002/3
In Berlin - Oberschöneweide Deulstraße
Gustav-Meyer-Sonderpreis 2005
Pocketpark Florastraße 87"
Künstlerische Sitzobjekte
Berlin - Pankow, Florastraße
Nominierung für den Kulturpreis Oberhavel 2008
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Christine Gersch
Biographie
1960 in Berlin geboren
1980/88 - Studium Plastik/ Keramik an der Kunsthochschule
Berlin
Bei Prof. Bachmann und Prof. Jastram, Max Görner
Aspirantur "Farbe in der Plastik"
1988 Geburt meines Sohnes Nikita
1998 Geburt meines Sohnes Marc Jasper
Seit 1988 freischaffend tätig, Mitglied des BBK Berlin,
Stipendium des Senats Teilnahme an diversen internationalen Künstlersymposien
im In- und Ausland , Mehrfache Studienreisen nach Afrika/ Senegal,
Ägypten, Frankreich, Griechenland Gemeinsam mit Igor Jerschov vor
allem im Kunst am Bau - Bereich tätig
Arbeitsaufenthalt
1994 Afrika/ Senegal
Sammlungen
Arbeiten in der Sammlung des Deutschen Bundestages, der Berlinischen
Galerie, der Sammlung Krüger, Hemmingen, der Sammlung LU, Paris
und andere private Sammlungen
Preisgestaltung
2003 Gestaltung des Preises des Deutschen Kinderhilfswerkes "Goldene
Göre"
Ausstellungen
Ausstellungsbeteiligungen im In-und Ausland
Letzte Ausstellungsbeteiligung: 2004 Galerie im Schloss Liebenberg,
Brandenburg
Bienaleausstellung mit "RUNDECK" in Dakar auf der "DAK'ART 94, 96
und 98"
Einzelausstellungen in Berlin, Baden Württemberg - Schloss Eyb
Letzte Einzelausstellung: 2003 in der Galerie im Turm, Helmstedt
mit A. Messig
Internationale Kunstprojekte
1992-95 Organisation und Teilnahme an der internationalen
Symposiumsreihe "Über alle Grenzen" (Weltdekadenprojekt der UNESCO)
mit A. Ochmann , H. Warme, M. Ciss, B. Sarr und anderen
Künstlergruppen
1991 - Gründung der Künstlerwerkstatt "Unverbesserlich"-
Kunst im Sozialbereich: mit H. Warme und H. Fröhlich
1992 - Gründung der internationalen Künstlergruppe "RUNDECK"
mit A. Ochmann, H. Warme und weiteren deutschen und internationalen
Künstlern 1994 Organisation und Aufbau des "Atelierhauses
Pankow" mit A. Ochmann, H. Warme, M. Ciss, T. Zimmermann, B. Sarr
, T. Wagner
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Igor Jerschov
Biographie
1959 in Moskau geboren
Studium der Romanistik/ Germanistik in Moskau
Seit 1986 in Berlin lebend
1997 als Künstler freischaffend gemeinsam mit Christine
Gersch tätig
Mehrfache Studienreisen nach Frankreich , Griechenland, Ägypten
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